Wenn der EUR/USD-Kurs steigt, mag es naheliegend erscheinen, einfach zu sagen: “Der Euro steigt.” Doch auf dem Devisenmarkt bewegen sich Währungen nicht isoliert. Jede Währung wird im Verhältnis zu einer anderen bewertet, was bedeutet, dass jede Kursbewegung einen Vergleich zwischen zwei Währungen darstellt.
Dies ist eines der wichtigsten Konzepte, um zu verstehen, wie Währungspaare funktionieren. Ein Währungspaar zeigt nicht einfach nur an, ob eine Währung steigt oder fällt. Es zeigt vielmehr, wie sich der Wert einer Währung im Verhältnis zur anderen verändert.
Es geht um den relativen Wert.
Nehmen wir EUR/USD als Beispiel. Der Euro (EUR) ist die Basiswährung, der US-Dollar (USD) die Kurswährung. Steigt der EUR/USD-Kurs, bedeutet das, dass ein Euro mehr US-Dollar wert ist als zuvor; der Euro hat also gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen.
Wenn beispielsweise der EUR/USD-Kurs von 1,1000 auf 1,1100 steigt, signalisiert der Markt eine Wertsteigerung des Euro gegenüber dem Dollar. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Euro absolut gesehen einfach “gestiegen” ist. Seine Entwicklung wird spezifisch im Verhältnis zum US-Dollar gemessen.
Der Schlüssel liegt in der Frage: “Relativ wozu?”
Hier kommt der Begriff des relativen Werts ins Spiel. Eine Währung kann gegenüber einer anderen Währung an Wert gewinnen, während sie gleichzeitig gegenüber einer weiteren an Wert verliert. Beispielsweise könnte der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnen, während er gegenüber dem japanischen Yen an Wert verliert.
Dasselbe gilt, wenn ein Währungspaar fällt. Fällt EUR/USD, bedeutet dies, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar schwächer geworden ist oder der US-Dollar gegenüber dem Euro stärker geworden ist. Die Betrachtung nur einer Seite des Währungspaares kann daher ein unvollständiges Bild der Marktentwicklung vermitteln.
Warum ist das wichtig?
Das Verständnis des relativen Wertes kann helfen, Währungspaarbewegungen besser zu interpretieren. Anstatt EUR/USD einfach als “den Euro-Preis” zu betrachten, sollte man es als ein Maß für den Wert des Euro im Vergleich zum US-Dollar verstehen.
Dies erklärt auch, warum sich verschiedene Währungspaare gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen bewegen können. Marktteilnehmer vergleichen ständig die Stärke und den Wert verschiedener Währungen anhand von Faktoren wie Wirtschaftsdaten, Zinserwartungen, Geldpolitik und Marktstimmung.
Eine einfache Methode zum Merken
Wenn Sie sich ein Währungspaar ansehen, stellen Sie sich immer eine einfache Frage: “Relativ zu was?”
Steigt der EUR/USD-Kurs, gewinnt der Euro gegenüber dem US-Dollar an Stärke. Fällt der EUR/USD-Kurs, schwächt er sich gegenüber dem US-Dollar ab.
Sobald man diesen Zusammenhang verstanden hat, lassen sich die Kursbewegungen von Währungspaaren viel leichter interpretieren. Bei einem Währungspaar geht es nicht um den absoluten Wert einer Währung, sondern um den relativen Wert zweier Währungen.
Währungspaar = Relativer Wert