30. Januar 2026 – Der Goldmarkt erlebte am Donnerstag während der US-Handelszeiten einen dramatischen und extrem volatilen Handelstag mit einer klassischen Achterbahnfahrt. Nachdem der Goldpreis ein neues Allzeithoch erreicht hatte, wurde er plötzlich von massiven Verkaufsaufträgen überrollt. Innerhalb von nur 30 Minuten brachen die Preise um rund 450 US-Dollar ein und fielen kurzzeitig auf etwa 5.104 US-Dollar.
Die heftige Kursumkehr spiegelte das Zusammenwirken mehrerer Faktoren wider, darunter übermäßige spekulative Positionen, Einschränkungen durch die Geldpolitik der Federal Reserve und höhere Margin-Anforderungen, die einen raschen Positionsabbau erzwangen. Obwohl die Federal Reserve ihren Leitzins bei 3,51 % bis 3,75 % beließ und Vorsitzender Jerome Powell signalisierte, dass Zinssenkungen im Laufe des Jahres in Betracht gezogen werden könnten, erkannten Anleger zunehmend, dass die Realzinsen weiterhin relativ hoch sind. Infolgedessen hatte sich die im Bereich von 5.600 USD eingepreiste Safe-Haven-Prämie deutlich von den fundamentalen Daten abgekoppelt, wodurch eine scharfe Korrektur auf hohem Niveau unausweichlich wurde.
Mit Blick auf die Zukunft richtet sich der Fokus des Marktes auf eine Reihe wichtiger US-Wirtschaftsindikatoren, darunter die Handelsbilanz, die Auftragseingänge der Industrie und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Besser als erwartet ausgefallene Werte könnten eine Erholung des US-Dollars begünstigen, während schwächere Daten Gold angesichts der anhaltenden Unsicherheit weiterhin die Möglichkeit geben könnten, die jüngsten Höchststände erneut zu testen.
Anlagenperformance und fundamentaler Überblick
1. US-Aktienmärkte
Indexperformance
- Dow Jones Industrial Average (DJI): Der Index fiel um 92,30 Punkte bzw. 0,191 TTP3T auf 49.071 Punkte. Er bewegte sich weiterhin in einer engen Spanne unterhalb der Marke von 49.000 Punkten und konsolidierte sich nach den jüngsten Schwankungen. Die Schwäche zeigte sich vor allem bei den Value-Aktien.
- S&P 500 Index (SP500): Der Index fiel auf 6.958,46 Punkte, ein Minus von 68,08 Punkten bzw. 0,97%. Nach einem starken Anstieg in den vorangegangenen Handelssitzungen verzeichnete der Index eine deutliche Korrektur. Der Verkaufsdruck verstärkte sich nahe der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten, wobei Kapital in defensive Sektoren umgeschichtet wurde.
- Nasdaq 100 Index (NQ1): 25.968,5, ein Rückgang um 234,25 Punkte bzw. 0,90%.
Aktien-Highlight
- Apple (AAPL): 258,30 USD, ein Rückgang um 0,16%. Angesichts der allgemeinen Schwäche bei Technologieaktien mit hoher Marktkapitalisierung zeigte Apple relative Widerstandsfähigkeit, wobei sich der Aktienkurs auf einem hohen Konsolidierungsniveau über 250 USD hielt.
2. Devisenmarkt
- US-Dollar-Index (DXY): 96,163, ein Rückgang um 0,101 TP3T. Der Dollar blieb unter Druck. Trotz einer weitgehend neutralen Haltung der Federal Reserve belastete der Wettbewerb durch alternative sichere Anlagen den Dollar weiterhin oberhalb der Marke von 96.
- USD/JPY: 153,331, ein Rückgang um 0,141 TP3T. Angesichts der zunehmenden Erwartungen an eine Zinserhöhung der Bank von Japan reagierte der Yen mit erhöhter Sensibilität auf die Marke von 153.
- EUR/USD: 1,19450, ein Plus von 0,07%. Der Euro notierte knapp unter der Marke von 1,20. Schwache europäische Wirtschaftsdaten dämpften den Aufwärtstrend und verhinderten trotz anhaltender Dollar-Schwäche einen entscheidenden Ausbruch.
3. Edelmetalle und Rohstoffe
Edelmetalle
- Spot-Gold (XAUUSD): Gold notierte bei rund 5.440 US-Dollar pro Unze und stieg damit um 35,80 US-Dollar (0,661 TP3T) auf ein neues Allzeithoch. Im US-Handel am Donnerstag drückten starke Verkäufe den Preis kurzzeitig um 450 US-Dollar auf ein Tief nahe 5.104 US-Dollar pro Unze.
- Spot-Silber (XAGUSD): 118,24 USD pro Unze, ein Plus von 1,12%. Silber verzeichnete besonders starke Zuwächse, unterstützt von einer robusten Aufwärtsstimmung.
Rohstoffe
- Rohöl (XTIUSD): Der Preis stieg um 3,811 Tonnen auf 65,40 US-Dollar pro Barrel. Eskalierende Spannungen im Nahen Osten und potenzielle Angebotsengpässe trieben die Preise deutlich über die Widerstandsmarke von 65 US-Dollar und verstärkten damit die kurzfristig positive Stimmung.
4. Krypto-Assets und makroökonomische Entwicklungen
- Bitcoin (BTCUSD): 84.310 USD, ein Rückgang um 3,15%. Nachdem es Bitcoin nicht gelungen war, einen Anstieg über 90.000 USD zu halten, erfuhr der Kurs eine deutliche technische Korrektur, wobei der kurzfristige Gewinnmitnahmedruck zunahm.
- Ethereum (ETHUSD): 2.810 USD, ein Rückgang um 5,351 TP3T. Ethereum entwickelte sich deutlich schlechter als der Gesamtmarkt und Gold, was unterstreicht, dass in einem risikoaversen Umfeld traditionelle Sachwerte derzeit eine höhere Präferenz der Anleger genießen als digitale Vermögenswerte.
5. Heutiger Fokus
- Deutschland: Verbraucherpreisindex Januar (vorläufig, im Monatsvergleich)
- Deutschland: BIP im 4. Quartal (im Vergleich zum Vorquartal, vorläufig)
- Kanada: BIP im November (im Vergleich zum Vormonat)
- Vereinigte Staaten: Kern-PPI (Monatsvergleich)
- Vereinigte Staaten: PPI (Monat)