Amillex-Tagesmarktkommentar: Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed beflügeln die Rallye risikoreicher Anlagen, US-Dollar fällt zwei Wochen in Folge, Kupfer erreicht Rekordhoch, Zinserhöhung der Bank of Japan schockiert die Märkte
8. Dezember 2025 – Der US-Dollar-Index fiel auf 99,00, ein Fünfwochentief; der Goldpreis schloss bei 4.196,14 USD/Unze, während Silber im Wochenverlauf um 3,321 TP3T zulegte; Kupfer in London durchbrach die Marke von 11.375 USD/Tonne und erreichte ein Rekordhoch; alle drei wichtigen US-Aktienindizes schlossen im Plus, angeführt vom Nasdaq.
Wöchentliche Performance und Fundamentalanalyse über alle Anlageklassen hinweg
1. Devisenmarkt: Dollar fällt zwei Wochen in Folge, Erwartungen auf Yen-Zinserhöhung steigen
US-Dollar-Index:
Im Wochenvergleich sank der Kurs um 0,81 TP3T auf 99,00, was den zweiten wöchentlichen Rückgang in Folge darstellt.
Wichtige Währungsbewegungen:
EUR/USD durchbrach die Marke von 1,1650.
GBP/USD erreichte 1,3300
USD/JPY fiel unter 155,00 und verzeichnete damit den größten wöchentlichen Rückgang seit Ende September.
Haupttreiber:
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Fed steigt sprunghaft auf 90%:
Die Beschäftigung laut ADP sank um 32.000 (erwartet wurden +10.000), während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 191.000 zurückgingen (ein Dreijahrestief). Die widersprüchlichen Daten bestärkten die Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik.
Signale der Bank von Japan für Zinserhöhungen:
Gouverneur Kazuo Ueda erklärte, die Bank von Japan werde „die Vor- und Nachteile einer Zinserhöhung abwägen“. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember stieg auf 701,3 Billionen US-Dollar und trieb die Renditen japanischer Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2007.
2. Edelmetalle: Silber führt mit Rekordhoch, Gold konsolidiert sich auf hohem Niveau
Spot-Silber: +3,321 TP3T für die Woche auf 58,25 USD/Unze
Spot-Gold: -0,5% für die Woche auf 4.196,14 USD/Unze
Fundamentalanalyse:
Ungleichgewicht zwischen Silberangebot und -nachfrage:
Die Nachfrage nach Photovoltaik wächst explosionsartig, während die globalen Lagerbestände auf ein Zehnjahrestief sinken. Ein sprunghafter Anstieg der Leasingraten verdeutlicht die extreme Knappheit am Spotmarkt.
Safe-Haven- und Rate-Cut-Resonanz:
Die Erwartungen an eine Zinssenkung der US-Notenbank stützten den Goldpreis, wenngleich die Widerstandsfähigkeit des Dollars das Aufwärtspotenzial begrenzte.
3. Rohstoffe: Kupfer erreicht Rekordhoch, geopolitischer Aufschlag beim Ölpreis lässt nach
Kupfermarkt:
Der Kupferpreis an der LME stieg um über 21 TP3T auf 11.375 USD/Tonne.
Der Shanghai-Kupfer-Hauptkontrakt stieg über 90.000 RMB/Tonne.
Haupttreiber:
Lieferengpässe:
Ein Grubenunglück bei Glencore in Chile erzwang Produktionskürzungen. Die Anzahl der an der LME annullierten Optionsscheine stieg sprunghaft an, Mercuria zog 50.000 Tonnen zurück.
Zollvermeidungshandel:
Händler beeilten sich, physisches Kupfer in die USA zu verschiffen, was die regionalen Spot-Prämien deutlich in die Höhe trieb.
Ölmarkt:
Der WTI-Rohölpreis schloss die Woche unverändert bei 59,33 US-Dollar pro Barrel.
Tauziehen zwischen Stier und Bär:
Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine dämpften die geopolitischen Risikoprämien.
Die US-amerikanischen EIA-Lagerbestände stiegen jedoch um 2,8 Millionen Barrel, übertrafen damit die Erwartungen und begrenzten die Zuwächse.
4. Aktien & Anleihen: US-Technologieaktien führen, japanische Anleihen unter Druck
Performance von US-Aktien:
S&P 500: +0,3%
Nasdaq: +0,4%
Dow Jones: moderate Gewinne
Branchenhighlights:
Technologieaktien (Microsoft, Meta) entwickelten sich aufgrund des Optimismus hinsichtlich Zinssenkungen überdurchschnittlich.
Energieaktien entwickelten sich unterdurchschnittlich.
Entwicklungen am Anleihemarkt:
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,138%.
Die japanische Zinsstrukturkurve verflachte deutlich (die Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen stieg auf 3,4451 TP3T).
5. Kryptowährungen: Bitcoin stabilisiert sich über 93.000 USD, regulatorische Unsicherheit bleibt bestehen
Wichtigste Token:
Bitcoin: +1,2% in der Woche auf 93.075 USD
Ethereum folgte dem Anstieg.
Politische Risiken:
Die PBOC bekräftigte ihr Vorgehen gegen illegale Finanzaktivitäten mit virtuellen Währungen.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat die regulatorische Kontrolle verstärkt.
Tiefgehende Analyse der Kernereignisse und des politischen Hintergrunds
1. Die Zinssenkung der Fed im Dezember ist nun Marktkonsens.
Datenunterstützung:
Schwache ADP-Arbeitsmarktdaten und eine stabile PCE-Inflation von 2,8% bieten Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik.
Personalveränderungen:
Trump erwägt angeblich, den eher gemäßigten Kandidaten Kevin Hassett als nächsten Fed-Vorsitzenden zu nominieren, was die Erwartungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Jahr 2026 verstärkt.
Institutionelle Sichtweisen:
JPMorgan rechnet mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im Dezember, gefolgt von zwei weiteren Senkungen im Jahr 2026.
2. Erwartungen an eine Zinserhöhung der Bank von Japan lösen Schock am globalen Anleihemarkt aus
Politische Signale:
Ueda erwähnte ungewöhnlicherweise die reibungslose Kommunikation mit Premierministerin Sanae Takaichi, was auf die Zustimmung der Regierung zu einer Zinserhöhung hindeutet.
Marktauswirkungen:
Starke Kursverluste bei japanischen Anleihen wirkten sich weltweit aus; die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen daraufhin an und verstärkten den Auflösungsdruck bei Carry-Trades.
3. Eskalierende Kupferversorgungskrise
Bestandsalarm:
Die Lagerbestände an der LME fielen unter die kritische Schwelle von 100.000 Tonnen, was die Knappheit am Spotmarkt verschärfte.
Nachfrageaussichten:
Der Ausbau der Rechenleistung für KI und die Modernisierung der Stromnetze treiben die langfristige Nachfrage an. Die IEA warnt, dass die weltweite Kupferversorgung bis 2035 ein Defizit von 2013 Tonnen aufweisen könnte.
Wichtige Wirtschaftsereignisse, die Sie diese Woche im Auge behalten sollten