Am 8. Januar 2026 zeigten sich die globalen Finanzmärkte trotz der kombinierten Auswirkungen makroökonomischer Daten und geopolitischer Entwicklungen robust. An den Devisenmärkten trieb der Optimismus im Vorfeld des bevorstehenden US-Arbeitsmarktberichts (Non-Farm Payrolls, NFP) den US-Dollar-Index vor dessen Veröffentlichung nach oben. Der US-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor lag im Dezember bei 54,4 und damit deutlich über der Prognose von 52,2, was die solide wirtschaftliche Dynamik unterstreicht. Obwohl die Zahl der offenen Stellen (gemessen mit dem JOLTS-Index) auf 7,15 Millionen sank und damit eine leichte Abkühlung des Arbeitsmarktes signalisierte, stärkte dieser Trend das Vertrauen in eine sanfte Landung oder sogar eine mögliche erneute Beschleunigung. Die Risikobereitschaft blieb trotz restriktiverer geldpolitischer Erwartungen hoch, und der S&P 500 erreichte ein Rekordhoch von 6.944 Punkten. Gleichzeitig stieg der Goldpreis über 4.500 US-Dollar pro Unze, gestützt durch geopolitische Risikoprämien und die Nachfrage nach Inflationsschutz. Dies führte zu einem seltenen Szenario, in dem US-Dollar, Aktien und Gold gleichzeitig zulegten.
Wichtiges Ereignis, das man im Auge behalten sollte
Am 6. Januar 2026 verkündete US-Präsident Donald Trump die Einigung mit der venezolanischen Übergangsregierung über die Übertragung von 30 bis 50 Millionen Barrel zuvor sanktionierter Rohölbestände an die Vereinigten Staaten zum Verkauf zu Marktpreisen (Gesamtwert geschätzt auf 1,8 bis 3 Milliarden US-Dollar). Die Erlöse sollten von Trump persönlich überwacht werden. Dieser Schritt signalisiert Venezuelas strategische Neuausrichtung hin zu einer engeren Zusammenarbeit mit den USA. Gleichzeitig übt die Trump-Administration Berichten zufolge Druck auf Caracas aus, Beamte aus China, Russland, Kuba und dem Iran auszuweisen, um die Kontrolle über die Energieressourcen zu festigen und den regionalen Einfluss dieser Länder deutlich einzudämmen.
Marktperformance und Fundamentalanalyse für Multi-Asset-Systeme
1. US-Aktienmärkte
Indexperformance
- Dow Jones Industrial Average: Weiter steigende Kurse, die von Industrie- und Rüstungsaktien angeführt wurden.
- S&P 500 IndexDer Schlusskurs lag bei 6.944 Punkten und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Trotz erhöhter Zinsen glichen optimistische Erwartungen für die Unternehmensgewinne im Jahr 2026 die Auswirkungen höherer Diskontsätze aus.
- NASDAQ CompositeDer Index legte um 0,22% zu und notierte zuletzt bei 25.800 Punkten. Mega-Cap-Tech-Aktien legten angesichts der beschleunigten Kommerzialisierung von KI insgesamt zu und trieben den Index zurück in historische Extrembereiche.
Aktien im Fokus
- NVIDIA (NVDA)Berichten zufolge hat China inländische Technologieunternehmen angewiesen, den Kauf von NVIDIAs H200-Chips einzustellen und stattdessen die verpflichtende Nutzung einheimischer Alternativen zu fördern. Infolgedessen stiegen die NVIDIA-Aktien im letzten Monat lediglich um 1,41 Tsd. Billionen. Angesichts des anhaltenden globalen KI-Booms bleibt der Markt jedoch hinsichtlich der Wachstumsaussichten bis 2026 optimistisch. Einige Prognosen gehen sogar von einem Aufwärtspotenzial von über 501 Tsd. Billionen aus.
2. Devisenmarkt
- US-Dollar-Index (DXY)Gestützt auf positive Arbeitsmarkterwartungen blieb der Dollar stabil und konsolidierte sich bei rund 98,6, da internationales Kapital aufgrund der attraktiven Renditen wieder in USD-Anlagen floss.
- USD/JPYDer Kurs notiert nahe 156,5. Das japanische Kabinett hat kürzlich einen Rekord-Jahreshaushalt von 122,3 Billionen Yen verabschiedet, was bei den Märkten Besorgnis über die fiskalische Nachhaltigkeit auslöste.
- EUR/USD: Nach einem Rückgang angesichts der allgemeinen Stärke des US-Dollars sucht der Kurs aktuell Unterstützung im Bereich von 1,16–1,18.
3. Edelmetalle und Rohstoffe
Edelmetalle
- Spot-Gold (XAUUSD)Der Goldpreis durchbrach die Marke von 4.500 US-Dollar pro Unze deutlich. Trotz eines stärkeren Dollars zeigt Gold angesichts der sich wandelnden globalen geldpolitischen Glaubwürdigkeit und anhaltender geopolitischer Risikoprämien weiterhin eine starke Abwärtsstabilität.
- Spot-Silber (XAGUSD)Silber notiert bei rund $78/oz und folgt damit dem Goldpreisanstieg. Verbesserte Erwartungen an die industrielle Nachfrage haben Silber Anfang 2026 eine höhere Preiselastizität als Gold beschert.
Rohstoffe
- WTI-RohölEine wichtige Variable ist aufgetaucht. Präsident Trump erklärte: „Venezuela wird 30 bis 50 Millionen Barrel hochwertiges, sanktioniertes Rohöl in die Vereinigten Staaten liefern.“ Diese Ankündigung löste Erwartungen über einen plötzlichen Anstieg des Angebots aus, was zu starken Preisschwankungen um $57/Barrel führte.
Wichtigste Einflussfaktoren: Das Tauziehen zwischen geopolitisch bedingten Erwartungen an eine Ausweitung des Angebots und der saisonalen Nachfrageerholung zu Jahresbeginn bleibt das zentrale Thema auf den Energiemärkten.
4. Krypto-Assets und Makrodynamik
- Bitcoin (BTC)Im frühen asiatischen Handel konsolidierte sich BTC knapp über dem $92,000 Bitcoin notierte auf einem Niveau, das um 0,9% leicht zurückging. Angesichts einer Flaute bei den Makrodaten und anhaltender geopolitischer Unsicherheit zeigt Bitcoin weiterhin eine solide Abwärtsstabilität, wobei die kurzfristige Kursentwicklung eher auf eine Konsolidierung innerhalb einer Handelsspanne hindeutet.
- XRP (XRP/USD)Nach einer starken Rallye zuvor erlebte XRP einen deutlichen Rückgang und fiel 5.4% am Tag bis etwa $2,27. Beeinflusst von einer breiten Gewinnmitnahmestimmung an den asiatischen Märkten, sieht sich XRP einem erhöhten kurzfristigen Gewinnmitnahmedruck ausgesetzt.
5. Heutiger Fokus
- Schweiz: Verbraucherpreisindex Dezember (Monatsvergleich)
- Vereinigte Staaten: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 3. Januar