Amillex-Tagesmarktkommentar: Die lockere Zinssenkung der Fed löst einen dreitägigen Dollar-Rückgang aus, Silber steigt auf ein neues Rekordhoch (6%), steigende Erwartungen an eine Zinserhöhung der BOJ verändern die Dynamik des globalen Carry-Trades.
Der US-Dollar-Index fiel letzte Woche auf 98,40 und verzeichnete damit den dritten wöchentlichen Rückgang in Folge. Der Silberpreis stieg um 6,381 Tsd. Punkte auf 61,97 USD/Unze und erreichte damit ein neues Allzeithoch. US-Technologieaktien führten die Verluste an: Der Nasdaq fiel um 1,621 Tsd. Punkte, während der Dow Jones entgegen dem Trend um 1,051 Tsd. Punkte zulegte. Bitcoin notierte um die Marke von 43.000 USD.
Im Mittelpunkt der Markterzählungen standen „Trades aufgrund von politischen Divergenzen“ und die „Bestätigung von KI-Blasen“, was zu einer starken Volatilität über alle Anlageklassen hinweg führte.
Wöchentliche Performance und Fundamentalanalyse über alle Anlageklassen hinweg
1. Devisenmarkt: Dollar fällt auf Dreiwochentief, breite Gewinne bei Nicht-USD-Währungen
US-Dollar-Index:
Der TP3T-Wert fiel in der Woche um 0,61 Punkte auf 98,40. Die US-Notenbank Federal Reserve senkte im Dezember die Zinsen um 25 Basispunkte und legte ein kurzfristiges Anleihekaufprogramm auf (40 Milliarden US-Dollar im ersten Monat). Der eher zurückhaltende Ton von Fed-Chef Powell beschleunigte jedoch die Dollarverkäufe.
Wichtige Währungsbewegungen:
EUR/USD durchbrach die Marke von 1,1700.
GBP/USD erreichte 1,3300
AUD/USD stieg parallel
USD/JPY bildete ein umgekehrtes V-Muster: Der Kurs stieg Anfang der Woche auf 156,50, fiel dann aber wieder zurück, als sich die Erwartungen an eine Straffung der Geldpolitik durch die Bank of Japan verstärkten.
Haupttreiber:
Lockerung der Geldpolitik der Fed: Powell räumte ein, dass die US-Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft möglicherweise systematisch überbewertet sind (um etwa 60.000 Stellen pro Monat), was bedeutet, dass das tatsächliche Beschäftigungswachstum bereits negativ sein könnte.
Die japanische Zentralbank (BOJ) steht vor einer Kehrtwende: Gouverneur Kazuo Ueda erklärte, dass Zinserhöhungen „mehr als einmal“ erfolgen werden, wobei die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 901 % für eine Erhöhung im Dezember einpreisen.
2. Edelmetalle: Wachsendes Silberangebotsdefizit zieht Rekord-Spekulationszuflüsse an
Silber-Spotpreis: +6,381 TP3T auf 61,97 USD/Unze, dritter wöchentlicher Anstieg in Folge
Spot-Gold: +2,481 TP3T auf 4.300,38 USD/Unze
Grundlegende Unterstützung:
Struktureller Angebotsmangel: Das Silver Institute schätzt für 2025 ein weltweites Silberangebotsdefizit von 117 Millionen Unzen, was das fünfte Jahr in Folge mit einem Mangel bedeuten würde.
Steigende Finanznachfrage: Zinssenkungen der Fed drückten die Realrenditen und trieben die spekulative Beteiligung von Privatanlegern auf 401 TP3T (BIZ-Daten).
Institutionelle Einschätzungen: RBC prognostiziert einen durchschnittlichen Goldpreis von 4.600 USD im Jahr 2026, während Goldman Sachs einen möglichen Anstieg des Silberpreises über 100 USD sieht.
3. Aktien und Anleihen: Technologie-Ausverkauf verschärft sich, US-Zinskurve steiler
Performance von US-Aktien:
Dow Jones: +1,05%
S&P 500: –0,63%
Nasdaq: –1,62%
Sektordivergenz:
Banken und zinssensitive Aktien führten die Kursgewinne an.
Technologieaktien gaben stark nach (Oracle –10%+, Broadcom –11%).
Anleihenmarkt:
Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen: +5 Basispunkte in der Woche
Die Rendite 30-jähriger Anleihen erreichte den höchsten Stand seit September.
Kernspannung:
Die enttäuschende Monetarisierung von KI-Aufträgen (Oracles Umsatzprognosen im zweiten Quartal verfehlten die Erwartungen) verstärkte den Bewertungsdruck in wachstumsstarken Sektoren.
4. Energie und Industriemetalle: Geopolitik vs. Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage
Rohöl:
WTI: Seitwärts unverändert bei 59 USD/Barrel
Brent: folgte einem ähnlichen Muster
Aufwärts- und Abwärtskräfte:
Versorgungsrisiken: Die USA beschlagnahmten venezolanische Öltanker mit Rohöl im Wert von 80 Millionen US-Dollar; die Beteiligung der iranischen Revolutionsgarde erhöht die Eskalationsrisiken.
Nachfragedruck: Indien erhöhte seine russischen Ölkäufe, die irakische Produktion erholte sich und die EIA-Lagerbestände stiegen um 2,8 Millionen Barrel und übertrafen damit die Erwartungen.
Institutioneller Ausblick: Goldman Sachs und Citi erwarten aufgrund des Überangebots auch 2026 weiterhin Abwärtsdruck.
5. Kryptowährungen: Bitcoin bewegt sich aufgrund regulatorischer Unsicherheit in einer engen Bandbreite
Bitcoin: Die wöchentliche Volatilität sank auf 8%, der Kurs bewegt sich seitwärts.
Ethereum: Rückgang im Gleichschritt
Politisches Umfeld:
Die US-Börsenaufsicht SEC hat die Überprüfung von Stablecoins verstärkt.
Die PBOC bekräftigte ihre Haltung gegen illegale Krypto-Spekulationen.
On-Chain-Daten:
Wal-Adressen sammelten im Laufe der Woche 15.000 BTC an.
Das offene Interesse an Derivaten ging im Monatsvergleich um 121 TP3T zurück.
Wichtige Ereignisse und politische Entwicklungen – Eine detaillierte Analyse
1. Uneinigkeit in der Fed-Politik verdeutlicht institutionelle Beschränkungen
Abstimmungsergebnis: 9 dafür, 3 dagegen
Goolsbee und Schmid lehnten die Kürzung ab.
Milan befürwortete eine Reduzierung um 50 bps.
Käufe kurzfristiger Anleihen: 40 Milliarden US-Dollar im ersten Monat; Barclays prognostiziert bis 2026 ein Gesamtvolumen von 525 Milliarden US-Dollar.
Politischer Druck: Trump kritisierte die Zinssenkung als „zu gering“ und deutete an, dass die zukünftige Führung der US-Notenbank eine aggressivere Lockerungspolitik unterstützen sollte.
2. Globale Zentralbanken verlagern ihren Kurs hin zu einer restriktiveren Geldpolitik
Bank von Japan: Ueda betonte, dass Zinserhöhungen „nicht das Ende“ seien, wobei neutrale Zinssätze möglicherweise über 0,751 TP3T liegen könnten.
EZB: Direktoriumsmitglied Schnabel erklärte, dass „der nächste Schritt eine Zinserhöhung sein könnte“, wobei die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 301 TP3T im Jahr 2026 einpreisen.
Spillover-Risiken: Eine Zinserhöhung der Bank of Japan könnte Carry-Trade-Auflösungen auslösen und dadurch Kapitalabflüsse aus Schwellenländern verstärken.
Russland-Ukraine-Konflikt: Selenskyj lehnte einseitigen Truppenabzug ab, während sich die Differenzen zwischen den USA und der EU über territoriale Zugeständnisse verschärften
Venezuela-Spannungen: Die erstmalige Beschlagnahmung venezolanischer Öltanker durch die USA erhöht das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen und die Ölpreisprämie.
Wichtige Wirtschafts- und Marktereignisse, die Sie diese Woche im Auge behalten sollten
1. Zentralbankentscheidungen und geldpolitische Ereignisse
Zinsentscheidung der Bank of Japan (19. Dez.): Eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 0,75% könnte den USD/JPY-Kurs unter 155 drücken.
EZB- und BoE-Entscheidungen (18. Dez.): Raubwirtschaftliche Signale könnten EUR/USD in Richtung 1,1800 treiben
Fed-Sprecher:
Williams (15. Dez.)
Mailand (16. Dez.)
Schwerpunkt auf Leitlinien für den politischen Pfad bis 2026
2. Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten
US-Arbeitsmarktdaten (November, 16. Dez.): Konsensprognose +35.000; ein Wert unter 100.000 würde die Erwartungen an eine Lockerung der Arbeitsmarktentwicklung bestärken.
US-Verbraucherpreisindex November (18. Dez.): Ein Kern-Verbraucherpreisindex unter 3,01 Tsd. im Jahresvergleich könnte eine Erholung des Dollars begrenzen.
Eurozonen-PMI-Flash (15. Dez.): Eine Rendite über der Expansionsschwelle könnte zyklische Aktien beflügeln.
3. Unternehmensgewinne & Technologie-Events
Micron-Gewinne (16. Dez.): KI-Speichernachfrage im Fokus
ByteDance Volcano Engine Konferenz (18. Dez.): Kostensenkungen im Bereich KI-Computing könnten sich auf die Unternehmensbewertungen auswirken
Fortschritte beim SpaceX-Börsengang: Die Bewertung nähert sich Berichten zufolge 800 Milliarden US-Dollar, wobei die Umsatzerwartungen für Starlink das Interesse im Luft- und Raumfahrtsektor beflügeln.